Rückgang der Straftaten setzt sich fort

Die Zahl der Straftaten gegen das Strafgesetzbuch ist in der Schweiz auch im vergangenen Jahr zurückgegangen. Insgesamt sank sie gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozent. Damit ist die Anzahl Delikte zum fünften Mal in Folge rückläufig und erreicht mit 439'001 Straftaten den tiefsten Wert seit der Revision der Polizeilichen Kriminalstatistik im Jahr 2009.

Die Schweiz verzeichnet laut dem Bundesamt für Statistik einen kontinuierlichen Rückgang der Straftaten gegen das Strafgesetzbuch. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Anzahl Straftaten 2017 um weitere sechs Prozent auf 439'001 Straftaten. Innerhalb von fünf Jahren hat sich die Gesamtzahl damit um mehr als 170'000 Delikte reduziert. Angesichts der anspruchsvollen Sicherheitslage, der zunehmenden Komplexität der Fälle und der Bevölkerungszunahme ist dieses Ergebnis als äusserst positiv zu bezeichnen.

Knapp 10'000 Diebstähle weniger

Die Abnahme der Straftaten ist insbesondere im Rückgang der Vermögensdelikte zu finden, welche mehr als zwei Drittel aller Straftaten gegen das Strafgesetzbuches darstellen. Gegenüber dem Vorjahr nahmen diese erneut um sechs Prozent ab, was einer Reduktion von über 19'200 Straftaten entspricht. So wurden im vergangenen Jahr 4'436 weniger Einbruchdiebstähle registriert (-12%); Taschendiebstähle und Fahrzeugeinbruchdiebstähle nahmen um 15, beziehungsweise zehn Prozent ab. Die Betrugsfälle waren um 16 Prozent und die Raubfälle um sieben Prozent rückläufig.

«Trotz der positiven Ergebnisse wird sich die Polizei weiterhin in der Bekämpfung von Vermögensdelikten engagieren», hebt Stefan Blättler, Präsident der KKPKS, hervor. Dies vor allem auch im Bereich der Cyberkriminalität, welche sich unter anderem in der Zunahme unbefugter Datenbeschaffung (+9%), unbefugtem Eindringen in Datensysteme (+5%) und betrügerischem Missbrauch einer EDV-Anlage (+4%) manifestiert. «Wir investieren sehr viel in die Aus- und Weiterbildung unserer Generalisten und Ermittler, um gegen die Straftäter, welche sich im virtuellen Raum bewegen, vorgehen zu können», erklärt Blättler.

Mehr Beschuldigte unter 18 Jahren

Während die Gesamtzahl der beschuldigten Personen bei Widerhandlungen gegen das Strafgesetzbuch gegenüber dem Vorjahr bei 78'184 stabil geblieben ist, zeichnet sich bei minderjährigen Beschuldigten eine Trendwende ab. Nachdem die Zahl der Beschuldigten unter 18 Jahren sieben Jahre in Folge gesunken war, stieg diese im letzten Jahr erstmals um acht Prozent an. Minderjährige werden am häufigsten wegen Straftaten wie Ladendiebstahl oder Sachbeschädigung polizeilich erfasst.

Abnahme an Gewaltdelikten

Nach einem leichten Anstieg im Jahr 2016 (+2%) haben Gewaltdelikte im vergangenen Jahr um drei Prozent abgenommen. Diese Entwicklung lässt sich unter anderem auf den Rückgang minderschwe-rer Gewalt wie Nötigung (-18%), Drohung (-6%) und einfacher Körperverletzung (-4%) zurückführen. Auch haben sich die Fälle zu Erpressungen um ein Viertel (-26%) reduziert. Die Zahl der schweren Gewalt hat um 47 Delikte dagegen leicht zugenommen (+3%), wobei insbesondere der Anstieg schwerer Fälle mit Körpergewalt ins Auge fällt. Bei den versuchten und vollendeten Tötungsdelikten konnten die Polizeikorps im vergangenen Jahr 95 Prozent der Fälle aufklären.

Weniger Straftaten gegen die sexuelle Integrität

Im vergangenen Jahr nahmen die Delikte gegen die sexuelle Integrität um 372 Straftaten ab (-5%). Beispielsweise wurden 14 Prozent weniger sexuelle Handlungen mit Kindern (-176 Straftaten) und sieben Prozent weniger Anzeigen zu sexueller Nötigung (-48 Straftaten) erfasst. Im Gegensatz dazu registrierten die Polizeikorps einen Anstieg von Fällen der Pornografie (+218 Straftaten, +17%) und Vergewaltigungen (+31 Straftaten, +5%).

338 mehr Fälle von Gewalt und Drohung gegen Beamte

Zugenommen hat die Zahl von Drohung und Gewalt gegen Beamte um zwölf Prozent auf 3'102 Straftaten. So sind auch Polizeiangehörige während der Ausübung ihres Dienstes vermehrt Übergriffen ausgesetzt. «Wir stellen fest, dass gewisse Personenkreise zunehmend die Hemmungen verlieren, massive Gewalt gegen unsere Polizeiangehörigen einzusetzen und damit schwere, gar lebensgefährliche Verletzungen in Kauf nehmen. Gewalt gegen Mitmenschen darf in keiner Weise toleriert werden und muss strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen», betont der KKPKS-Präsident.

Rückläufige Zahlen auch beim Betäubungsmittel- und dem Ausländergesetz

Gegenüber dem Vorjahr haben die Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz leicht abgenommen (-4%). Bei fünf von sechs Widerhandlungen wurde jeweils der Konsum oder der Besitz illegaler Substanzen geahndet. Entgegen dem rückläufigen Trend, wurde bei den leichten Schmuggelfällen ein Anstieg um 26 Prozent auf 2'070 Fälle festgestellt.

Bei den Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz (AuG) registrierten die Polizeikorps einen starken Rückgang (-9 %). Mit Ausnahme der Missachtung der Ein-/Ausgrenzung (+24%) nahm 2017 die Mehrheit der AuG-Widerhandlungen ab.

Kommunikation KKPKS (media@kkpks.ch)

Polizeiliche Schusswaffeneinsätze erreichen Tiefstand

2017 registrierten die Schweizerischen Polizeikorps mit sieben Schusswaffeneinsätzen einen neuen Tiefstand. Der Einsatz von Elektroimpulspistolen ist gegenüber dem Vorjahr von 29 auf 40 Fälle gestiegen. Jedoch wurde nur in 13 Fällen die Person den Stromimpulsen ausgesetzt. Bei allen anderen Einsätzen führte bereits die Androhung des Gerätes zur Beruhigung der Situation.

Seit mehreren Jahren befinden sich die polizeilichen Schusswaffeneinsätze auf einem tiefen Niveau. So setzten die Polizeikräfte die Schusswaffe in den Jahren 2016 und 2015 beispielsweise jeweils in 15 Fällen ein. Im vergangenen Jahr wurde mit sieben Schusswaffeneinsätzen ein neuer Tiefstand erreicht. Stefan Blättler, KKPKS-Präsident, zeigt sich über diese Entwicklung erfreut: «Vielfach können Polizistinnen und Polizisten dank umfassenden Schulungen im Umgang mit Konfliktsituationen deeskalierend wirken. Da ihnen zudem zahlreiche mildere Einsatzmittel zur Verfügung stehen, müssen sie weniger auf die Schusswaffe zurückgreifen.»

Der Einsatz von Schusswaffen stellt das intensivste polizeiliche Eingriffsmittel dar. Diese ist nur als ultima ratio zulässig, wenn andere Massnahmen offensichtlich aussichtslos sind. «Ist ein Schusswaffeneinsatz nötig, gibt es am Ende meist nur Verlierer», stellt Blättler fest. «Denn sowohl der Einsatz gegen Menschen als auch das resultierende Strafverfahren sind eine grosse Belastung.»  

Die Zahl der Einsätze mit Elektroimpulspistolen hat sich gegenüber den Vorjahren erhöht. Während 2016 und 2015 die Elektroimpulspistole jeweils in 29 Fällen angewendet wurde, wurde diese im vergangenen Jahr 40 Mal in Anspruch genommen. Allerdings wurden nur in 13 Einsätzen die Person den Stromimpulsen tatsächlich ausgesetzt. «In der Mehrheit der Fälle, reichte es aus, den Einsatz der Elektroimpulspistole anzudrohen, um die Lage zu stabilisieren», erklärt Blättler.

Kommunikation KKPKS (media@kkpks.ch)

Rückgang der Straftaten setzt sich fort

Die Zahl der Straftaten gegen das Strafgesetzbuch ist in der Schweiz auch im vergangenen Jahr zurückgegangen. Insgesamt sank sie gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozent. Damit ist die Anzahl Delikte zum fünften Mal in Folge rückläufig und erreicht mit 439'001 Straftaten den tiefsten Wert seit der Revision der Polizeilichen Kriminalstatistik im Jahr 2009.

 

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