Modell PROGRESSO: Positive Tendenzen in der Gewaltprävention bei Fussballspielen
Zwei Jahre nach der Einführung des Modells PROGRESSO zeichnen sich positive Tendenzen in der Gewaltprävention im Zusammenhang mit Fussballspielen der Super League ab. Insbesondere konnte ein leichter Rückgang schwerwiegender Gewalttaten festgestellt werden.
Die Konferenz der Kantonalen Polizeikommandantinnen und -kommandanten der Schweiz (KKPKS) widmet den Unruhen und Gewalttaten durch Fans der Super League seit Jahren besondere Aufmerksamkeit. Insbesondere nach der Corona-Pandemie hatten Vorfälle mit Verletzten zugenommen. Um diesem Anstieg zu begegnen, wurde im August 2022 ein Projekt ins Leben gerufen, welches sich mit der Fragestellung auseinandersetzte, wie die Gewalt in den Stadien, aber auch im Umfeld von Fussballspielen der Super League bekämpft werden kann. Am 14. März 2024 stellte die KKPKS offiziell das Konzept PROGRESSO vor, welches in der Saison 24/25 in Kraft trat. Das eingeführte Massnahmenpaket beinhaltete neben anderen Vorschlägen auch das Kaskadenmodell. Je nach Art und Schwere der Vorfälle mit Fans sieht das System vier verschiedene Stufen von Massnahmen und Sanktionen vor. Diese Empfehlungen tragen dazu bei, den verschiedenen Vorfällen schweizweit einheitlicher zu begegnen. Die endgültige Entscheidung bleibt in jedem Fall der örtlich zuständigen Bewilligungsbehörde überlassen.
Heute, zwei Jahre nach der Einführung der Massnahmen aus PROGRESSO, lässt sich eine positive Bilanz ziehen. Die festgestellten Daten zeigen erste positive Anzeichen. Gemäss Hoogan (Elektronische Darstellung der Lage im Schweizer Sport von Fedpol) ist für die Saison 24/25 ein Rückgang bei den schwerwiegenden Gewalttaten (von 40 auf 37) zu verzeichnen. Die aktuellen Daten zur Saison 25/26 untermauern diese Entwicklung. Das Kaskadenmodell wurde in der aktuellen Saison zehn Mal initiiert. In acht Fällen wurde der Erlass von Massnahmen empfohlen. Daraus resultierten Zwölf Massnahmen, die von den örtlich zuständigen Bewilligungsbehörden verfügt worden sind.
Laut Christian Brenzikofer, Vizepräsident KKPKS und Leiter des Strategischen Ausschusses Gewalt im Umfeld von Sport, hat die Einführung von PROGRESSO zu positiven Ergebnissen geführt: «Nach der Umsetzung von Massnahmen konnten wir in den meisten Fällen ein Rückgang der Gewalt und der Zwischenfälle beobachten.» Das Kaskadenmodell stellt jedoch nur eines der Instrumente dar, die den Behörden zur Verfügung stehen. Die Polizeikräfte sind auf allen Ebenen tätig, um den sicheren Ablauf von Sportveranstaltungen zu gewährleisten und das Kaskadenmodell kontinuierlich weiterzuentwickeln. «Der Austausch mit den Klubverantwortlichen ist dabei eine wichtige Voraussetzung. Denn insbesondere dort, wo die Behörden mit den Klubs zusammenarbeiten konnten, stellten wir Verbesserungen fest.» betont Christian Brenzikofer.
Für Rückfragen:
Christian Brenzikofer, Vizepräsident KKPKS und Leiter vom Strategischen Ausschuss Gewalt im Umfeld von Sport, steht am Dienstag, 30. Juni 2026 zwischen 15.00 und 16.00 Uhr für Interviews zur Verfügung: via Medienstelle Kapo Bern, medienstelle@police.be.ch oder telefonisch unter 031 638 90 90
